A Putumayo

WORLD CHRISTMAS

EXIL MUSIK 9619-2
LC 08972

DISTRIBUTION: INDIGO

Tief verschneite Wälder und klirrende Kälte, kuschelige Romantik bei Kerzenschein vom Baum, Nüsse und Gebäck – der stimmungsvollen Weih-nachtsbilder unserer Breiten sind viele. Dabei vergessen wir leicht, daß ein großer Teil der Menschheit das Christenfest bei sommerlichen Temperaturen zelebriert und sich in ihren Ländern europäisches Brauchtum reizvoll mit afro-karibischen und südamerikanischen Farben durchmengt. Für die Musik der "Christmas Season" gilt das besonders – und hier bleibt es nicht bei Adaptionen von "Stille Nacht" und "Jungle Bells" im Salsa- oder Steeldrum-Gewand. Auf spannende Weise verbindet sich der Überschwang regionaler Rhythmen aus aller Welt mit bekannten Klassikern für die festlichen Tage.

Putumayo stellt uns ungewöhnliche Weihnachtslieder aus Brasilien, Puerto Rico, Kolumbien, Barbados, Jamaica, Louisiana und Hawaii vor, umrahmt von vertrauteren Klängen aus Galicien, Norwegen und New England.

Galicien, die vergessene keltische Region, in der windigen Nordwestecke Iberiens, bringt derzeit viele innovative Folkbands ans Tageslicht, die sich an der reiz- und spannungsvollen Schnittstelle zwischen keltischer, spanischer und lusitanischer, sprich portugiesischsprachiger Kultur reiben. Zwei davon tragen zur globalen Weihnacht ihr Scherflein bei: die Musiker von Berrogüetto, ein in Deutschlands Folkkreisen schon höchst angesehenes Septett, liehen einer 90jährigen Frau ihr Ohr, die ihnen eine wunderschöne alte Melodie, "Nadal De Luintra", vorsang. Galicische Drehleier (zanfona) und Dudelsack (gaita) sind die dominierenden Anteile im modernisierten Arrangement – und natürlich die bezaubernde Stimme von Guadi Galego.

Berrogüettos Landsleute von Chouteira öffnen sich von der keltisch gefärbten Heimatkultur in Richtung Lateinamerika. "O Cometido", ein Lied zum Dreikönigsfest, vereint Bossa Nova-Rhythmus mit einem Hauch kolumbianischer Cumbia, und in der Trompetensektion spiegelt sich der iberische Pasodoble. Der Text allerdings birgt ein soziales Statement und versetzt die drei Weisen in die heutige Zeit und in die Situation von Emigranten.

Weihnachten auf den Britischen Inseln zaubert uns das Night Heron Consort von Steve Schuch auf die Ohren: in vertrauter keltischer Instrumentierung mit Pennywhistle und Violine wird das Traditional "Here We Come A-Wassailing" in schlichter Fröhlichkeit interpretiert und spiegelt die Segenswünsche von Nachbarn und Freunden zum Fest wider. Schuch und sein Ensemble aus New England haben sich fast spezialisiert auf weihnachtliche Melodien und zwei, in den USA mit großem Erfolg bedachten Alben dieses Genres eingespielt.

Mit Ivan Lins tauchen wir in die Natal-Traditionen der lateinamerikanischen Welt ein: der Star der Música Popular Brasileira hat, um Gegenakzente zu den oft langweilenden Brasil-Versionen europäischer Weihnachtslieder zu setzen, eigens ein Album mit Neukompositionen fürs Fest eingespielt. In ihnen reflektiert er die weihnachtlichen Stimmungen, wie er sie als Kind erlebt hat und bedient sich dabei in "Noite Para Festejar" eines Lundu-Rhythmus, dem prominentesten Afro-Vorläufer des Samba.

Aguinaldo ist das herausragende Genre puertoricanischer Weihnachtsmusik. Er kommt zum Einsatz, wenn die "Parranda", ein Grüppchen von Bewohnern, im Dorf von Haus zu Haus zieht, um dort bei den Freunden Weihnachtslieder anzustimmen. Pepe Castillo, seit 1974 in New York als Bewahrer der Kultur Puerto Ricos geschätzt, demonstriert uns einen solchen Aguinaldo mit der 10-saitigen Gitarre cuatro und verbeugt sich dabei vor der Landbevölkerung des zentralen Gebirgslandes seiner Heimat.

Lebhaft und tanzbar ist die Weihnachtsmusik Kolumbiens. Sie baut gewöhnlich auf den traditionellen Rhythmen wie Cumbia und Vallenato auf, doch auch die örtlichen Salsa-Bands bekommen des öfteren weihnachtliche Gefühle. Los Embajadores Vallenatos präsentieren einen Song aus der Mitte des Festivitäten-Monats: der Vallenato "Diciembre", mit einem neckig-kitschigen "Jingle Bells"-Intro beginnend, feiert mit entspannt dahingleitendem Akkordeon den Jahreswechsel.

Zwei originelle Bearbeitungen altbekannter Christmas-Carols werden uns aus der Karibik feilgeboten: Die Wandlungsfähigkeit der Steeldrum hat sich schon in einem schier unendlichen Repertoire zwischen J.S.Bach und Karnevalsmusik bewiesen. Warum also nicht im weihnachtlichen Kontext? Zwar stammt das aus Ölfässern gefertigte Instrument ursprünglich aus Trinidad, aber das Banks Soundtech Steel Orchestra aus Barbados, benannt nach einer lokalen Biermarke, überrascht mit einer Kokospalmen-Version von "God Rest Ye Merry Gentlemen", einem weltweit bekannten Evergreen aus dem amerikanischen Carol-Fundus.

Eine besonders ausgelassene Weihnachtsparty wird auf Jamaica gefeiert: Nikoläuse im Leinenanzug, als Tiere kostümierte Tänzer und mit Rasierschaum dekorierte Bäume bestimmen das Straßenbild, während Christmas Songs mit Reggae-Kolorierung aus den Lautsprechern dröhnen. Ini Kamoze, der einst mit dem Titelsong "Here Comes The Hotstepper" zu Robert Altmans Mode-Satire Prèt A Porter einen Welthit feiern durfte, gibt uns mit "All I Want For Christmas" einen Eindruck vom festlichen Party-Geschehen zum Jahresende.

In Louisiana ist Santa Claus nicht mit dem Schlitten unterwegs, sondern gleitet in einem Pirogen durch die Mangroven. Michael Doucet, Legende des Cajun-Revivals der 70er und Leader der Kultband Beausoleil, steuert in einem Instrumental den Soundtrack zum Swamp-Christmas bei und wechselt dabei zwischen besinnlicheren Partien und dem typisch ausgelassenen Cajun-Groove hin- und her.

Ein bitterkaltes Fest erlebte George Kuo an Kaliforniens Küste. Der an tropische Weihnachtswinde gewöhnte Hawaiianer weilte in San Francisco und ließ sich vom flackernden Kaminfeuer zu seinem "Fireside Ki ho’alu" inspirieren – ein Schaukasten für seine meisterhafte Beherrschung der Slack Key-Gitarre. Diese entwickelte sich aus der von Portugiesen, Spaniern und Mexikanern auf dem Eiland eingeführten Gitarre, hebt sich durch offene Stimmungen ab und erlebte nicht zuletzt dank Kuo in den 70ern ein Revival.

In kälteren Regionen endet auch der weihnachtliche Reigen: Die Fjord-Region Hardanger, Heimat der 25jährigen Åsne Valland Nordli, ist eine der Gegenden Norwegens, in denen Traditionspflege einen wichtigen Bestandteil kulturellen Lebens darstellt. Nicht nur das Nationalinstrument hardingfele spielt hier eine wichtige Rolle, auch die Überlieferung alter Melodien aus dem Weihnachtsrepertoire – eine solche mit Text aus dem Jahre 1889 bildet den meditativen, von Percussion, Flöte und Harfe umrankten Ausklang.

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