OLIVER MTUKUDZI
PAIVEPO

EXIL MUSIK 9539-2
LC 08972

DISTRIBUTION: INDIGO


"Mein erster Versuch zu singen war der Schrei nach der Geburt", meint Oliver Mtukudzi, der zu den wenigen Musikern gehört, nach denen ein ganzer Stil benannt wurde: Tuku Music. Auch wenn in Europa in erster Linie Thomas Mapfumo für Musik aus Simbabwe steht, im Lande selbst gibt es keinen größeren Star als Tuku, von dem schon vor Jahren erzählt wurde, er sei bei den Simbabwern bekannter - und auf jeden Fall populärer - als Präsident Robert Mugabe.

Beiden gemeinsam ist, dass sie sich vor 1980 gegen das weiße Siedler-Regime im damaligen Rhodesien engagierten: der eine als Guerilla-Führer, der andere mit Liedern, die so genial mehrdeutig waren, dass die weißen Zensoren Oliver Mtukudzi für einen harmlosen Trottel hielten. Seinen Aufruf an die schwarze Jugend, die Städte zu verlassen und sich den bewaffneten "Boys in the Bush" anzuschließen, verpackte er z.B. in einem Song über die Nabelschnur seines Großvaters.

Damals, in den 70ern, entwickelte Oliver Mtukudzi einen völlig neuen Sound, eben Tuku Music: Er übertrug die hypnotischen Klänge der Mbira, des Daumenpianos der Shona, die 80% der Simbabwer ausmachen, auf die Gitarre und kombinierte sie mit dem Drive der Rhythmen des südafrikanischen Zulu-Volkes, mit dem die Ndebele, Simbabwes ethnische Minderheit, verwandt sind. Weitere Zutaten waren das Rock-Instrumentarium sowie Elemente der Soul- und Country & Western-Musik. Mit diesem Konzept, seiner expressiven Stimme und den Qualitäten seiner Band The Black Spirits wurde Tuku im gesamten südlichen Afrika zum Superstar. Seine Konzerte in großen Städten und kleinen Dörfern zwischen Dar Es Salam und Kapstadt sind regelmäßig ausverkauft, viele seiner über drei Dutzend Platten haben sich als Bestseller erwiesen, und als erster Musiker nahm er in Simbabwe ein Live-Album auf.

Den kommerziellen Erfolg hat Mtukudzi nicht mit inhaltlicher Verflachung erkaufen müssen. Er, der als ältester von sieben Geschwistern schon früh die Rolle des verstorbenen Vaters übernehmen musste, transportiert in fast allen seiner Songs konkrete Botschaften, die sich letztlich auf einen Kernbegriff reduzieren lassen: "Ich konzentriere mich auf Disziplin. Das ist ein sehr weites Feld, und die meisten sozialen Probleme haben damit zu tun: mit Verantwortungsbewusstsein bzw. dem Mangel daran. Und vom Text hängt dann auch die Musik ab, die den Inhalt zu stützen hat". Er befasst sich z.B. mit der Situation der Frauen oder der Straßenkinder und immer wieder mit einer Seuche, die im südlichen Afrika zur häufigsten Todesursache geworden ist und durch die er 1997 innerhalb weniger Monate fast seine gesamte Band verlor: AIDS.

In diese Zeit fallen ein solistisch eingespieltes Album, eine Solo-Tour durch Deutschland und der Beginn eines pan-afrikanischen Projektes mit der Gruppe MAHUBE, in der schwarze und weiße Musiker aus verschiedenen Teilen des südlichen Afrika zusammenarbeiten. Einer von ihnen, der Saxofonist Steve Dyer aus Johannesburg, ist auch Produzent von Oliver Mtukudzis neuem Album PAIVEPO, das in Simbabwe schon jetzt als eine der erfolgreichsten Platten des Jahres gilt.

1. PINDURAI MAMBO: Ein Hit aus den 70ern, der auf traurige Weise aktuell ist: Die Menschen sind obdachlos und hungrig, während Nichtsnutze in Reichtum schwelgen. Gott, hast du das wirklich so gewollt?

2. KUNZE KWADOKA: Ein Song über junge Liebespaare, die sich verantwortungsvoll verhalten sollen, auch um den Eltern keine unnötigen Sorgen zu bereiten.

3. NDAGARWA NHAKA: Hier geht es um eine alte Shona-Tradition, die unter modernen Verhältnissen häufig zu Problemen führt: dass der Bruder oder Cousin eines verstorbenen Mannes dessen Witwe heiratet.

4. MUTSERENDENDE: Tuku entlarvt eine weitverbreitete Vorstellung als Aberglauben: dass früher alles besser und das Leben leichter war .

5. IWE MARI: Hey Geld, wo kommst du her, was willst Du?

6. SANDI BONDE: Erneut geht es um die Erbschafts-Bräuche, die heute oft missbraucht werden, so dass Witwen einen Mann heiraten müssen, den sie nicht lieben und Waisen das Erbe ihres Vaters an den Onkel verlieren.

7. NGOMA NEHOSHA: Eine Liebeserklärung an die Musik Afrikas.

8. NDINE MUBVUNZO: Ein Mann in schwieriger persönlicher Lage fragt sich: Warum ich? Warum musste mir das passieren?

9. MKURU MKURU: Unverkennbar auf die diktatorischen Praktiken von Präsident Mugabe zielend, beschreibt das Lied einen Dorfältesten, der durch egozentrisches Verhalten den Respekt seiner Mitmenschen verloren hat und zur Besonnenheit aufgefordert wird.

10. CHIRI NANI: Eine Kritik an der Habgier und ein Plädoyer für mehr Solidarität.


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