Putumayo Presents:

Music from the Chocolate Lands

EXIL 5465-2 / LC 08972 / VÖ: 1.11.2004 / DISTRIBUTION: INDIGO

"Die Speise der Götter", so monumental spricht man über die kleinen schwarzbraunen Bohnen, die in der massigen dunkelroten Kakaofrucht lagern. Zumindest wenn man in die Zeit der Maya zurückgeht, denen wir die Schokolade zu verdanken haben. Mindestens seit 2600 Jahren ist die Bohne dort bekannt, wie bei den Azteken wurde sie für medizinische Zwecke verwendet, für religiöse Rituale eingespannt, gar als Zahlungsmittel galt sie. Aztekenkönig Montezuma reichte 1519 dem spanischen Eroberer Cortés eine zähflüssige Brühe aus Kakao, Maismehl, Chili, Zimt und anderen Gewürzen dar, und bald erkannten auch die Invasoren den Wert der bitteren Frucht und legten in der Neuen Welt Plantagen an. Dank Zugabe von Zucker griff das Kakao-Fieber auf die spanische und französische Aristokratie über. In den folgenden Jahrhunderten erlebte Europa den Siegeszug der Bohne, während sich die Plantagen in den kolonisierten Gebieten ausweiteten, in Zentral- und Südamerika, der Heimat von Theobroma Cacao, wurde die wirtschaftliche Nutzung genauso vorangetrieben wie in Afrika. Schokoladenhäuser etablierten sich allerorten, 1819 öffnete François-Louis Callier die Pforten seiner ersten schweizerischen Schokoladenfabrik, dreißig Jahre später wurde in England der erste Schokoriegel kreiert. Und 1875 glänzten wiederum — wer hat’s erfunden? — die Schweizer mit dem Patent auf Milchschokolade.

Ganz in der Tradition der von vielen Putumayo-Fans besonders geschätzten Music From The Coffee Lands I & II und Music From the Tea Landsnimmt uns das bunte Label nun mit auf eine klingende Reise durch die Länder, in denen die Götter-Frucht heute zuhause ist. Musiker aus Mexiko und Belize repräsentieren die angestammte Heimat des Kakaos und der jahrtausendealten Maya-Kultur. Brasilien besuchen wir, wo Kakao ebenfalls schon immer wild in den amazonischen Wäldern gedieh und seit 1677 regulär angebaut wird. Auch in Peru, so glaubt man, sei er an der Ostseite der Anden stets präsent gewesen, und die dortigen Inka verehrten die Pflanze genauso wie die Azteken und Maya. In der Karibik, hier durch Künstler aus Kuba, Haiti und Martinique vertreten, wurde der Anbau durch die spanischen und französischen Kolonialisten seit dem

17. Jahrhundert kontrolliert. Heute spielen auch afrikanische Staaten eine führende Rolle im weltweiten Kakaoaexport: Kamerun, die Dem. Rep. Kongo und vor allem die Elfenbeinküste mit einem Anteil an 40 Prozent des Weltbedarfs gehören zu den Chocolate Lands. Doch die Ausflüge führen uns auch in Gebiete, die man mit Kakao-Anbau nicht direkt verbinden würde: Der südindische Staat Tamil Nadu kennt die Bohne seit den 1960ern, und dank Hawaii siedeln auch die USA unter den Produzenten. Last but not least dürfen natürlich auch die zwei europäischen Länder nicht fehlen, die wir mit dem feinen Endprodukt heute am meisten assoziieren: Die Schweiz und Belgien.

Niemals wären wir so vermessen, dieser Scheibe eine göttliche Wirkung zuzuschreiben, wie es die Maya bei ihrem dunklen Trunk taten, doch ist sie definitiv die süßeste Versuchung, seit es Putumayo gibt.

Mit einem Vokal-Triumvirat geschmeidigster Güte startet die leckere Tour. Zugleich werden wir Ohrenzeuge eines Gipfeltreffens, das in Deutschland noch seiner Entdeckung harrt, während in Frankreich und England schon die Kritiker jubeln. In einer informell gedachten Session trafen sich LOKUA KANZA, RICHARD BONA und GÉRARD TOTO, um einen gesanglich gemeinsamen Nenner zu finden — dass dabei TOTO BONA LOKUA, ein wunderschön relaxtes Modern-Afro-Album mit starker A-Cappella-Tendenz heraus-sprang, war gar nicht angepeilt, entzückt uns aber umso mehr. Monsieur Kanza müssen wir hier kaum noch vorstellen — wir erinnern uns gerne, wie der kongolesische Song-schmied bei Miriam Makebas Homeland Album produzierend und schreibend die Strippen zog. Als Songlieferant und Studiokumpan von Landsmann Papa Wemba glänzte er, bei Youssou N’Dour und Geoffrey Oryema, bis hin zu Natalie Merchant und Peter Maffay hinterließ er seine besonderen Spuren. Seine Kreativität hat das lyrische Gesicht der heutigen Afroszene entscheidend mitgeprägt. Bassist Richard Bona wird vor allem einem Jazzpublikum geläufig sein. Am Idol Jaco Pastorius arbeitete sich der junge, in Ostkamerun geborene Bona entlang und kreierte noch in seiner Heimat in jungen Jahren ein Jazz-orchester. Mit 22 kam er nach Europa, studierte in Düsseldorf, wuchs in die Pariser Szene hinein. Frankreich allerdings mochte seine Aufenthaltserlaubnis nicht verlängern und so startete er seine Karriere in den USA durch, arbeitete in Jazzclubs, wurde musical director für Harry Belafonte-Shows, kollaborierte mit Paul Simon, Chaka Khan, Tito Puente und Bobby McFerrin. Durch Branford Marsalis bekam er einen Plattenvertrag bei der Columbia, hat auf seinen drei Soloalben seitdem mit Pat Metheny, Michael Brecker und Salif Keita gearbeitet. Letztes Jahr bekam er bei den Victoires du Jazz den Preis für den besten internationalen Künstler. Der dritte im stimmlichen Rund ist der gebürtige Martinikaner Gérald Toto, der sich seit geraumer Zeit in den Clubs der Pariser Nachtszene mit Funk und Acidjazz austobte und u.a. für den Raï-Youngster Faudel tätig war. Jüngst ist er auf eine akustischere Laufbahn eingeschwenkt, hat einen Vokalstil intimer Métissage herausgebildet, der sich leichterhand bei Reggae, Cajun, Folk, französischem Chanson und verschiedenen kreolischen Klanggewürzen bedient. Ins Treffen der drei sanften Crooner bekommen wir hier einen Einblick im groovigen, mouth percussion-schwangeren "Lisanga"("Einheit"), in dem die drei in einer vollmundigen Fantasiesprache kommunizieren.

Die Tamilin SUSHEELA RAMAN verkörpert eine einzigartige Facette im heutigen indischen Musikkosmos. Mit Musikern vom Subkontinent, aus England, Kamerun, Nigeria, Guinea-Bissau, Griechenland, Spanien und Tuva hat sie eine fast weltumspannende Klangsprache gefunden, in der die jahrhundertealte Klassik Südindiens, aber auch Perlen der Popgeschichte in ganz neuem Licht glänzen. Ramans Eltern stammen aus dem südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und kamen 1966 nach England, dort wurde sie 1973 geboren. Prägend für ihre Jugendjahre allerdings war Sydney, wohin die Familie vier Jahre später übersiedelte. Von ihrer Mutter erhielt sie Einblicke in die karnatische Musik, die südindische Klassik, und machte sich Mitte der Neunziger auf nach Indien, um ihre Herkunft zu erkunden, nahm dort Gesangsunterricht. Zurück in England tat sie sich mit RealWorld-Produzent Sam Mills zusammen, kreierte mit ihm ihren eigenen Sound. Neben balkanischen und afrikanischen Farben, Coverversionen von Joan Armatrading oder gar aus dem Dschungelbuch-Soundtrack, kreisen ihre Lieder immer wieder um die beiden höfischen Dichter Tyagaraja und Diskhitar aus dem 18./19. Jahrhundert, deren Poeme sie in ein kontemporäres Setting bettet. "Sarasa" geht auf solch einen religiösen Gesang Tyagarajas zurück, in dem sie sich die Verse mit dem kenianischen Gastvokalisten Ayub Ogada teilt.

Immer wieder entdeckt Putumayo erstklassige Musiker, die selbst im Heimatland noch eher im Verborgenen wirken. Der Brasilianer MARCANTONIO ist so ein stilles Wasser. Er stammt aus dem klangvollen Araraquara im Staat São Paulo, führt seine Einflüsse auf den Bossa-Papa João Gilberto genauso zurück wie auf den jungen Wilden des Tropicalismo, Caetano Veloso. Schon als Kind versuchte er sich an verschiedenen Perkussions-instrumenten und am den der Ukulele verwandten cavaquinho, nahm seit dem zehnten Lebensjahr klassischen Gitarrenunterricht. Nach einem Jahrzehnt Aufenthalt in den USA kehrte er 2003 mit seinem Debüt Quem Dera ins Herz Brasiliens zurück: Eine bezwingende Synthese aus Samba, Bossa, Choro, und vielen Rhythmen des Nodostens wie Baião, Xote (sprich: ’Scho-tschi) und Coco, in Songs von Dori Caymmi, Moraes Moreira oder dem Vater der brasilianischen Popmusik, Luiz Gonzaga, dessen "Sabiá" er hier mit leichtfüßigem Charakter behandelt. Es ist die Geschichte eines Mannes, der einen Vogel befragt, wo er seine Liebste finden könne.

Bossa Nova, Jazz und französischer Chanson gehen in der Musik des Haitianers BEETHOVA OBAS eine ungezwungene Liaison ein. Seine Musik scheint schwerelos und fröhlich, obwohl seine Kindheit mit einem schrecklichen Ereignis belastet ist. Denn als Beethova fünf Jahre alt war, verschwand sein Vater, der Maler Charles Obas, nach einer Demonstration gegen das Régime des Diktators François "Papa Doc" Duvalier. Im verlassenen Atelier entdeckte der Sprössling seine Liebe zum Akkordeon und zur Gitarre, die der Vater hinterlassen hatte und fing autodidaktisch zu spielen an. Er begann, eine Verbundenheit zur "Rasin"-Bewegung zu entwickeln, die sich für soziale Revolution einsetzt und den Protest des Volkes verkörpert. Bei einer gemeinsamen Tour mit den antillanischen Stars Malavoi konnte er erste internationale Erfolge feiern, hat dann ab Mitte der Neunziger auf bisher vier Alben seine Songwriting-Kunst entfaltet. Ein weltweites Publikum hat seine sanfte Stimme und seine Arrangement-Finessen schätzen gelernt. Oft sind seine Verse von kritischen Untertönen und politischem Engagement bestimmt, wie in "Rasanblé": Ein Aufruf an seine Landsleute, vereint zusammen zu stehen.

OZOMATLI, die durch ihren Namen dem aztekischen Gott des Tanzes huldigen, sind die aktuellen Stars der kalifornischen Chicano-Szene, die einst Carlos Santana anschubste. Im Osten von L.A. haben sie ihre Werkstatt, wo sie eine Mixtur aus verschiedensten Facetten der Música Latina und Hip-Hop zusammenschweißen, ganz dem multi-nationalen Background der neun Bandmitglieder verpflichtet. Auf ihren drei bisherigen Alben haben sie mit Promis der Latin- und Urban Music von De La Soul bis Eddie Palmieri kollaboriert, sich neuerdings — ihr Interesse wurde durch den 11.September entfacht — auch an nahöstliche Töne herangetastet. Stets war der Background der Band von progressiven Politvisionen und sozialem Engagement unterfüttert. So auch auf dem hier vorliegenden Titel: "Aquí No Será" wurde aus ihrem Debüt von 1998 ausgekoppelt und bezeugt Solidarität mit dem krisengebeutelten El Salvador, während es mit der Verwendung des Requinto, einem harsch angeschlagenen Gitarren-Derivat, an mexikanische Klänge erinnert.

THINK OF ONE haben kürzlich den BBC Radio 3 Weltmusik-Award in der Sektion "Boundary Crossing" gewonnen und tun sich in Belgien seit längerem mit unorthodoxen Co-Projekten hervor. So haben sich die Multikulti-Freaks in der Vergangenheit mit Künstlern aus dem marokkanischen Marrakesch zusammengerauft und eine einzigartige euro-arabische Trilogie lanciert. Mit ihrem neuen Projekt Chuva Em Pó ("Staubregen") vollführen die Antwerpener den Sprung hinein in die reichste und spannendste Facette brasilianischer Musik. Die Rhythmen, Tänze und Gesänge des Nordostens, aus der Region Pernambuco um die Metropole Recife sind das alles beherrschende Thema. Ein kunterbuntes Reisetagebuch, auf dessen Seiten sich auch etliche einheimische Gastmusiker eingeschrieben haben. Durchgedrehte Blaskapellen, massive Percussion und an Chico Science gemahnende, hardrockige Einlagen bringen sie unter einen Hut, alte Sänger rezitieren traditionelle Lieder. Seine erstaunlichsten Momente entfaltet das transatlantische Teamwork, wenn nonchalante flämische Lyrics von David Bovée durch einen relaxten Samba geistern, wie hier in "Paletó", wo er sich als verlassenen Ehemann karikiert. So vereint sich Musik vom Mutterboden der Kakaofrucht mit Songwriting aus dem Land der feinen Schokoladenfabrikation!

DOBET GNAHORÉ ist eines der prominentesten Kinder des ivorischen Künstlerdorfes Ki-Yi Mbock. Ihr Vater Boni Ganhoré, seines Zeichens Trommelmeister und Sänger, hatte die Kommune bei Abidjan einst ins Leben gerufen, um dort Tanz, Theater, Gesang und Perkussionskurse auf panafrikanischer Ebene zu ermöglichen. Schon als Kind folgte Tochter Dobet dem Ruf Ki-Yis, verließ die Schule, um im Dorf alle künstlerischen Disziplinen zu belegen. Kreative Köpfe der afrikanischen Musik lernte sie dort kennen, unter ihnen Ray Lema. Und schließlich ließ sich dort der neugierige Franzose Colin Laroche nieder, mit dem sie ein Duo gründete. Von Frankreich aus begannen die beiden internationales Interesse zu erregen, wurden zur Entdeckung des afrikanischen MASA-Festivals. Mit einem Quartett reifte Dobet Gnahorés akustischer Stil aus: Mandinke-Melodien, kongolesische Rumba, Pygmäen-Töne, Bikutsi und der für die Elfenbeinküste typische Ziglibiti - all dies wird durch die äußerst flexible, zuweilen auch jazzige Stimme der Protagonistin zu einem einzigartigen afro-europäischen, urbanen wie traditionellen Stil verbunden. "Kakou" ist das Klagelied einer Frau, die den Tod ihres Ehemanns beweint.

Aufs Neue ein Länderspiel zwischen einem Kakao anbauenden und einem Schokolade kreierenden Volk: TAFFETAS setzt sich zusammen aus dem Bissau-Guineaner IBRAHIMA GALISSA und den Schweizern MARC LIEBESKIND und CHRISTOPHE ERARD. Kora-Meister Galissa brillierte seit 1997 sowohl solo als auch im Verbund mit großen afrikanischen Stars und europäischen Künstlern, unter ihnen kein geringerer als Youssou N’Dour oder die experimental artists Blasted Mechanism aus Lissabon. Dort residiert der Westafrikaner momentan auch. Der Kontakt zur Schweiz kam zustande, als Galissa mit der Gruppe Alama bei den Eidgenossen gastierte. Christophe Erard fühlt sich schon lange den westafrikanischen Kulturen verbunden, entwickelte sich zu einem wahren Multiinstrumentalisten, in dessen Fokus aber das Balafon, und - hier bei Taffetas - der akustische Bass stehen. Mit Galissa war er schon in der Formation Kabwa unterwegs, bevor die beiden 2000 auf Marc Liebeskind stießen. Der renommierte Gitarrist mit einer Ausbildung bei John Scofield und John Abercrombie reiste einige Zeit hin und her zwischen Afrika und Indien,ihre Klangkulturen zogen ihn gleichermaßen in den Bann. Nach zweijährigen Probearbeiten hat nun kürzlich das Debüt des Dreiergespanns das Licht der Welt erblickt. Wir dürfen hieraus "Yay Balma" genießen, wo sie von der italienischen Sängerin Francesca Cassio unterstützt werden.

TERESA BRIGHT agiert seit den 1980ern in der hawaiischen Szene, zunächst im Duo Steve & Teresa (mit Steve Ma’i’i), jetzt als Förderin der Kultur der Inseln (sie gibt Ukulele-Unterricht für Jung und Alt), vor allem aber durch ihre Solokarriere. Sie vereint in ihrer Musik traditionelles pazifisches Liedgut mit einer jazzigen und bluesigen Note, wofür sie auf Hawaii schon den Preis Best Female Vocalist ernten konnte. Bei "Tihore Mai Te Rangi" handelt es sich um die Adaption eines zeitgenössischen Maori-Songs aus der Feder von Hirini Melbourne, der sich Zeit seines Lebens für die Erforschung der indigenen Kultur Neuseelands begeisterte und sich für die Identitätsfindung der Maori in einem urbanen Umfeld einsetzte (er starb am 6.1.2003). Melbourne ließ sich für sein Lied durch einen traditionellen Gesang der Kinder inspirieren, die den Himmel darum bitten, er möge doch den Regen verschwinden lassen und die Sonne hervorzaubern.

Die Garifuna-Community von Belize ist Trägerin einer der wenigen karibisch geprägten Afro-Kulturen Zentralamerikas. In der Sprache der Garifuna mischen sich westafrikanische Idiome mit indianisch-karibischen Elementen, auch in der Musik kommen beide Farben gleichberechtigt zum Zuge. ANDY PALACIO aus der Küstenstadt Barranco ist der populärste Musiker seines Landes und das moderne musikalische Sprachrohr des belizischen Volkes. Sein Anliegen ist es, die bedrohte Kultur der Garifuna zu bewahren. Mit ADRIAN MARTINEZ, einem weiteren Vertreter der jungen, afro-belizischen Songwriter-Riege, hat er sich auf "Baba" zusammengetan - eine Anrufung der Vorfahren und eine Ermunterung, die eigene Spiritualiät zu entdecken. Zwei große Garifuna-Trommeln namens Segunda und Maya-Gitarren erklingen zum Gesang der beiden.

Mehrmals schon war die afro-peruanische Diva SUSANA BACA zu Gast auf den Scheiben von Putumayo. Für ihre Recherchen und die Neubelebung der Musik des schwarzen Peru wird sie in der Heimat hochgeschätzt. Seit sie auf David Byrnes Label Luaka Bop veröffentlicht, dringt die Kunde von der unermüdlichen Klangforscherin auch verstärkt zu uns nach Europa. Niemand hat die Leidenschaft und Bitterkeit, die festiven Lebensfreuden und auch die Verzweiflung an der harten Realität, die den Liedern der Bauern und Sklaven von Perus Pazifikküste innewohnt, so gekonnt ins Jetzt und Heute übertragen. Dies gelang der Baca anhand einer einzigartigen Band, die sich aus einheimischen Musikern genauso zusammensetzt wie aus New Yorker Jazz-Koryphäen (unter ihnen John Medeski und Marc Ribot). "Valentín" stammt aus ihrem ersten internationalen Release Eco De Sombras (2000), hinter den E-Gitarreneinlagen verbergen sich Byrne und Ribot.

Sinnigerweise beschließt ein Mann namens ALFREDO "CHOCOLATE" ARMENTEROS unseren Ausflug durchs Reich der Kakaobohnen. Der 1928 in Ranchuelo in der Provinz Las Villas, Kuba geborene Trompeter, bekam seinen Spitznamen zum einen wegen seiner dunklen Hautfarbe, zum anderen aufgrund seines besonders süßen und sanften Spiels. Nachdem er in der Heimat den traditionellen Típico-Trompetenstil herausgebildet und schon mit sämtlichen Größen musiziert hatte, kam er in den 1960ern nach New York, wo er lange Zeit eine Position in Machitos legendärem Orchester bekleidete, des weiteren mit Mongo Santamaria, Johnny Pacheco und Eddie Palmieri arbeitete, bevor er beim legendären Label SAR Platten unter eigenem Namen veröffentlichte. In "Chocolate Sabroso" lässt er sich mit seinen virtuosen Vorzügen vom Chor seiner Band feiern: "Hör gut zu, das ist Chocolate mit dem kubanischen Geschmack, in diesem karibischen Rhythmus, und seine Trompete erklingt."

Ein schönes globales Naschwerk für die Ohren hat uns Putumayo zusammengestellt — Und das beste daran ist: Auch übermäßiger Genuss dieser Klangpralinen-Kollektion führt nicht zu unerwünschter Gewichtszunahme!

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