Putumayo Presents:

Oliver Mtukudzi

The Oliver Mtukudzi Collection

(The Tuku Years)

EXIL 2767-2 | LC 08972 | VÖ: 07.07.2003 | DISTRIBUTION: INDIGO

 

Oliver Mtukudzi versteht es in einzigartiger Weise, mit seiner Musik Leute aus allen Milieus und sozialen Schichten anzusprechen. Seine Texte geben Denkanstöße und machen ihn zu einem einflussreichen afrikanischen Geschichtenerzähler. Seine unvergleichliche, weitgereiste Stimme vereint die aufmunternde Stimmung der Musik Afrikas mit einem Hauch Traurigkeit, der so vielen großartigen Klängen dieser Welt zu eigen ist." (Steve Dyer, langjähriger Produzent von Mtukudzi)

 

Weltweit hat er eine Lanze für südafrikanische Klänge gebrochen. "Tuku", der Poet mit der sanften Reibeisenstimme aus Zimbabwe, zählt zu den großen Entdeckungen aus dem Süden des Schwarzen Kontinents. Die typischen "Popcorn"-Pickings seiner Gitarre, die perfekt arrangierten Chorsätze und sein expressives, löwenhaftes Organ haben in den letzten Jahren einen festen Platz neben Savannen-Blues, Senegal-Rap und Afrobeat in unseren Gehörgängen erobert. Seine Synthese aus traditioneller Musik der Shona, Ndebele und Zulu mit westlicher Popsong-Schmiedekunst wird nun auf einer Kollektion dokumentiert: Putumayo präsentiert mit den packendsten Stücken des Shona-Songwriters Material aus den drei jüngsten, labeleigenen Scheiben, aber erstmals kann man sein Ohrenmerk auch auf rare Perlen richten, die bis dato nur in afrikanischen Gefilden erhältlich waren.

Schon in den Siebzigern war Mtukudzi als Fixstern rhodesischer Musik aktiv, sandte seine musikalischen Botschaften zu den Rebellen in den Busch. Pionierhaft formte er aus einer Vielzahl süd- und zentralafrikanischer Rhythmen, der traditionellen Daumenklavier-Musik und westlichem Popvokabularium seinen ganz eigenen Stil, die "Tuku Music", die mit seiner legendären Band, den Black Spirits alsbald zu größtmöglicher nationaler Popularität im jungen, nun unabhängigen Zimbabwe aufstieg. Brisante Sozialkritik, gespeist aus den ethischen Regeln der Shona, war dabei stets ein tragender Balken seiner swingenden Songkonstrukte. AIDS, Verantwortung des Individuums und Fürsorge für die Familie sind Themen die ihn umtreiben. Bald erschallten Mtukudzis Lieder von Tansania bis zum Kap, und der unermüdliche Songschmied veröffentlichte im Schnitt zwei Alben pro Jahr. Ganz nebenbei agierte er noch in Musicals und Filmen, unter anderem in Zimbabwes erstem Streifen namens "Jit", der den Niedergang der Shona-Kultur anprangert. Den Soundtrack dazu lieferte ein gewisser Steve Dyer — und an dessen Seite konnte sich Südafrikas Superstar in den Neunzigern schließlich auch über europäische Aufmerksamkeit freuen.

Seit 1994 war Tuku schon durch etliche Länder der Alten Welt getourt, teils mit den Black Spirits, teils in der von Dyer initiierten panafrikanischen Combo Mahube. 1997 verlor er einen großen Teil seiner Band durch AIDS, doch obwohl selbst sein Bruder unter den Toten war, tat dies Oliver Mtukudzis unermüdlicher Kreativität keinen Abbruch. Dyer war es nun, der sein entscheidender Partner wurde. Der klassisch studierte Gitarrist aus Botswana wirkte schon lange als exzellenter Produzent und musical director in verschiedenen südafrikanischen Ländern, unter anderem fürs Soweto String Quartet.

Mtukudzis Album Tuku Music (1998), das erste Werk des Shona-Mannes für Putumayo, bildete den erfolgreichen Auftakt für die intensive Zusammenarbeit mit Dyer, durch die der Appeal des swingenden Afro-Pop für die westliche Welt noch gesteigert wurde. Mit frischer Combo spielte das Team kurz darauf Paivepo ein, das innerhalb einer Woche auf Platz 1 der zimbabwesischen Charts schoss. Auch in Übersee, wo Tuku mittlerweile eine treue und prominente Fangemeinde aufbauen konnte, zu der selbst eine Bonnie Raitt gehört, schlug es gewaltig ein. Vhunze Moto (2002) ist das bisher neueste international veröffentlichte Meisterwerk, mit dem Mtukudzi eine mahnende Stimme mitten in einer Zeit heftiger politischer Turbulenzen in seiner Heimat erhebt, bestimmt durch den diktatorischen Führungsstil des einstigen Freiheitskämpfers Mugabe.

Wenn er nachdrücklich, aber niemals aggressiv von unkontrollierter Habgier, gefräßigem Lauffeuer und Überheblichkeit singt, und sich seine moralisch integren Verse mit einem der fließendsten Pop-Sounds des schwarzen Kontinents verbünden, dann erlebt man ganz große Momente der aktuellen afrikanischen Popmusik. Völlig zurecht widmet Putumayo dem inspirierten, gerade 50 gewordenen Künstler auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft diese Sammlung, die weit höheren Entdeckungswert besitzt als die üblichen Greatest Hits-Aufwärmer.

Anspieltipps:

- "Ndima Ndapedza" (1): Die munter klackernde, typische "Popcorn"-Gitarre im Doppelpack mit dem kraftvollen Organ Olivers, das hier für den Text aus einem traditionellen Motiv schöpft - er schlüpft in die Rolle eines Shona-Farmers, der Rechenschaft über seine Arbeit ablegt und zum Nacheifern auffordert. Das gejätete Feld wird zum Symbol für den Zustand einer gesunden Kultur.

- "Ngoromera" (2) ist an Aktualität kaum zu überbieten: Der Aufruf zur Harmonie, zur Ächtung aller Kriege ist in eine langsam sich aufbauende, packend arrangierte Songstruktur mit einprägsamen Chorgesang und lyrischem Gitarren-Intermezzo eingebettet. Ein Showcase für die unübertroffene Meisterschaft Tukus, eine ernste Botschaft mit eingängigem, anspruchsvollem Afro-Pop zu verkaufen.

- "Neria" (9): Eine bezwingend schöne Live-Version jener Ballade, die Mtukudzi als Titelsong für den gleichnamigen Film geschrieben hat, in dem er auch als Schauspieler mit von der Partie war. Thematisiert wird das Schicksal von Frauen, die sich nach dem Tod ihres Mannes in der Gesellschaft Zimbabwes recht- und besitzlos wiederfinden — diesen Witwen spricht der Sänger Mut zu. Die sanfte Begleitung von Backgroundchor und Flöte stammen von Steve Dyers panafrikanischer Band Mahube, mit der Tuku auch in europäischen Breiten auf Tour war.

- "Hear Me Lord" (10): Ein Uptempo-Klassiker aus dem Jahre 1994, der selbst Blues-Diva Bonnie Raitt so berührte, dass sie ihn auf ihrem aktuellen Album Silver Lining coverte. Die vorwärtspuschende Rhythmik und rollenden Gitarrenlicks bieten die lebendige Kulisse für eine gospelgefärbte Anrufung Gottes, der Beistand in verzweifelten Tagen geben soll.

 

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