WAGNER PÁ

Brazuca Matraca
("plaudernde Brasilianer")

EXIL 1286-2
LC 08972

DISTRIBUTION: INDIGO

Barcelona ist hip, und es ist kein Geheimnis mehr, dass die verrücktesten Musiker Südwesteuropas sich in der katalanischen Metropole sammeln. Mit etwas Glück trifft man dort auf Manu Chao, der mit seiner Gitarre unerkannt von Bar zu Bar tingelt. Oder auf Pascale Comelade, der seine Bergkneipe in den Pyreneen für einen schweren Roten in der Stadt verlassen hat. Oder auf Fermin Muguruza, der auf einen Sprung vom Baskenland ans Mittelmeer schaut, mit pittoreskem Ska-Funk-Punk im Gepäck. Barcelona liebt seine Freaks und Intellektuellen, denn sie sorgen für weltoffenes Flair und die kreative Stimmung freiheitlicher Eleganz. Und es hat mit Wagner Pá eine neue Stimme auf seinen Bühnen, die das Zeug zum Szenehäuptling hat.

Als Wagnerseinen Namen bekam, war es in seiner brasilianischen Heimat gerade üblich, sich mit fremdem Federn zu schmücken. Genommen wurde, was lässig klang und aus südamerikanischer Perspektive ein wenig Exotik versprach. Es müssen amüsanten Zeiten gewesen sein, wenn die Mütter den kleinen Ericclapton Da Ricardo, Letsgo Da Silva oder eben Wagner zum Essen riefen. Wie auch immer, der Vorname ist echt und der Nachname ein Pseudonym, mit dem der jugendliche Poet einst seine lyrischen Impressionen zeichnete.

Die Story von Wagner Pábeginnt im Jahr 1986, als Wagners Mutter nach Barcelona zieht, um dort eine Stelle an der brasilianischen Botschaft anzutreten. Für den Zwanzigjährigen ist die Stadt eine Herausforderung, der er sich musikalisch stellt.

Es dauert nicht lange und er jammt mal als Bassist, mal als Sänger in Combos wie SuperElvis. Vor allem bekommt er aber einen DJ-Job im ‚Jamboree’, einem der angesagten Clubs am Platz. Wagnermacht sich so gut, dass ihm bald Freunde und Kollegen das Management ihrer Projekte übertragen. Er kümmert sich um Sergent Garcia, Macaco und Dusminguet, auf deren Platten Valfalungo (1998) und Postrof (2001) er auch mitwirkt. Schritt für Schritt wird aus dem brasilianischen Newcomer ein Szene-Insider, der von Fermin Muguruza oder auch Manu Chao zu Rate gezogen wird.

Dann kommt der Punkt, an dem er nicht mehr nur für Andere arbeiten will. Angeregt durch die Jobs an den Plattentellern besinnt er sich auf seine eigenen Qualitäten als Komponist und Sänger. Sein erster großer Auftritt findet in der Cibele Concert Hall in Barcelona statt. Der Anlass: ein Benefiz-Konzert, um die teure Augenoperation eines Freundes zu finanzieren. Und es bringt Wagner zusammen mit Manu Chao, Amparanoïa, Color Humano Dusminguet und Macaco auf die Bühne. Begeistert von der Stimmung, der Solidarität zwischen den Musikern, überhaupt der Perspektive, zukünftig als Live-Künstler zu arbeiten, trommelt er in den folgenden Wochen eine Band zusammen, die er Brazuca Matraca(‚plaudernde Brasilianer’) nennt. Die fünf Begleiter, die ihm seitdem zur Seite stehen, sind: Muñeco, Sänger, Pandeiro-Spieler, Klangbastler und bislang mit Combos wie Ojos de Brujo und Amparanoïa unterwegs; Fede, Sänger und Gitarrist mit Vorliebe für nordamerikanisch rockige Einlagen; Cesc, spieltechnischer Virtuose, dessen Saitenkünste schon bei La Nueva Amenaza Por La Paz Mundial gefragt waren; Norberto, Bassist und Landsmann von Wagner mit besonderem Gespür für den Charme des neuen Bossa Nova; und schliesslich Gerard, exzellenter Schlagzeuger und einer der lässigsten Vögel des Barrio.

Live sind außerdem Laieta, Pianistin und Prinzessin der Band sowie der Perkussionist Miguelito aus Venezuela mit von der Party, der mit geschickter Mischung aus afrikanischen und karibischen Klangelementen das rhythmische Rückgrat von Brazuca Matraca ergänzt. Für sein Debüt Brazuca Matraca kann sich Wagner Pá auf die alten Freunde aus Barcelona verlassen, die dem Album zu ungewöhnlichen und abgedrehten Klangdetails verhelfen. Allen voran Manu Chao, der dem hitverdächtigen Song "Folia" seine charakteristische Stimme verleiht. Das Resultat der Aufnahme sind ein Dutzend schräge Songs über Leidenschaft und Heimweh, Freundschaft und die geheimen Momente des Alltags. Wagner PásTexte bestechen dabei vor allem durch die Unmittelbarkeit des poetischen Audrucks, die er mit lakonischer, manchmal ironischer Nonchalence vorträgt. Und seine Musik ist eine unerhörte Kombination aus fernen Ahnungen der Música Popular Brasileira, afrikanischen, karibischen und europäischen Elementen bis hin zu Anleihen bei der Club Culture, die sich zum individuellen Stilcocktail vermengen. Das Besondere ist nicht nur die Souveränität, mit der Wagner Pásich im Archiv der ethnischen Soundingredienzien bedient, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der er sie in seine eigene Klangwelt verwandelt. Das macht Spaß und hat das Zeug, neuen Wind in die Szene zu bringen.

 

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