Putumayo Presents:

Music from the Coffee Lands II


EXIL 0942-2
LC 08972
VÖ: 08.10.2001
DISTRIBUTION: INDIGO

Die kleine Geschichte des Kaffees führt zurück in das achte nachchristliche Jahrhundert. Der Legende nach soll es ein äthiopischer Ziegenhirte namens Kaldi gewesen sein, der bei seiner Herde ein eigentümlich ausgelassenes Verhalten bemerkte, immer wenn die Tiere die karmesinroten Früchte einer bestimmten Pflanzenart gefressen hatten. Er beschloss im Selbstversuch, davon ebenfalls zu probieren und fühlte sich erfrischt, vitalisiert. Beeindruckt von der Wirkung der kirschengroßen Beeren brachte er ein Säckchen voll den örtlichen Mönchen, die sie nach eingehender Prüfung für ein Werk des Teufels hielten und ins Feuer warfen. So entstanden die ersten gerösteten Kaffeebohnen.

Wie auch immer sich die Ereignisse zugetragen haben, fest steht, dass sich seit etwa 675 n. Chr. Kaffeefelder nachweisen lassen, die in der Nähe des Roten Meeres angelegt wurden. Ihre Früchte blieben zunächst ein regionales Genussmittel arabischer Volksgruppen, breiteten sich aber mit zunehmendem internationalen Handel im späten Mittelalter langsam über Nordafrika aus. Vom 16. Jahrhundert an nahm die Zahl der Kaffeepflanzungen im jemenitischen Teil Arabiens zu und im Jahr 1615 schließlich traf die erste Schiffsladung der sonderbaren Bohnen mit einem türkischen Schiff in Venedig ein. Es war der Anfang einer abenteuerlichen Entwicklung. Die luxusverwöhnten Barockhöfe entdeckten das geheimnisvoll exotische Getränk als Modedroge und importierten es entgegen aller politischen Ressentiments reichlich von den Arabern und Osmanen.

Der Bedarf stieg stetig und damit auch die kriminelle Energie. Einem indischen Händler gelang es, ein paar Kaffeepflanzen um den Bauch gebunden aus dem Anbaugebiet nach Fernost zu schmuggeln und die Holländer züchteten 1696 als erste Europäer die begehrten Sträucher in der indonesischen Kolonie Java. Zum Zeichen der Verbundenheit schenkten sie 1714 dem französischen Sonnenkönig ein kostbares Pflänzchen, das seine Hofgärtner sorgsam vermehrten. Neun Jahre später bereits ließ der französischen Kapitän Gabriel Mathieu de Clieu auf Martinique Kaffeeplantagen anlegen. Von dort aus gelangte die Pflanze wenig später nach Südamerika und veränderte innerhalb von zweieinhalb Jahrhunderten die wirtschaftliche und gesellschaftliche Infrastruktur großer Landstriche. Denn der Boden für die Kaffeepflanzen musste fruchtbar und feucht sein. Er sollte Regen zügig aufnehmen können, das Wasser aber auch abfließen lassen. Es stellte sich heraus, dass Brasilien über die nahezu idealen, tropischen Anbaubedingungen verfügt. Heute wird etwa die Hälfte der globalen Kaffeeernte über Häfen wie Santos, Rio und Paraná verschifft. Der Rest stammt aus Kolumbien, Mexiko, Guatemala, Indien, Indonesien, Vietnam, Äthiopien, Uganda und von der Elfenbeinküste.

Wegen Kaffee wurden Kriege geführt, Menschen versklavt und in die Kerker geworfen. Er sorgte aber auch für angenehme Veränderungen des Alltags. Kaffeehäuser wurden im bürgerlichen Zeitalter in Europa zu Treffpunkten von Bohême und Intellektuellen. Kaffeezeremonien gliederten den Tagesablauf in nordafrikanischen und arabischen Familien. Er wurde zum Inhalt vorurteilsbelasteter Kinderreime ("C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee! / Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven macht dich blass und krank / Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!", Kanon von Karl Gottlieb Hering, 1765-1853) und zum kulinarischen Beiwerk nationaler Kulturidentität (Wien ohne ‚Kleinen Braunen’? Rom ohne Espresso? New York ohne Coffee Shops?). Er ist nach Wasser das meist konsumierte Getränk der Welt und kennt keine Grenzen, außer die des übermäßigen Verzehrs.

Und er stammt aus Ländern, in denen in der Regel wunderbare Musik gemacht wird. Daher entstand vor vier Jahren im Hause Putumayo die Idee, einen musikalischen Streifzug zu entwerfen, der der Klangkultur der Kaffeeländer Rechnung trägt. Music from the Coffee Lands wurde zum Publikumsrenner, verkaufte weltweit mehr als 200 000 Exemplare und legte es nahe, die Reise fortzusetzen. Sie führt auch diesmal wieder rund um die Welt - von Indonesien (Saba Habas Mustapha & The Jugala All Stars) über Afrika (Mario Rui Silva, Gigi, Denis Tshibayi) und die Karibik (Titico Y Los Caracoles Del Amargue, Emeline Michel, Kali) bis nach Mittelamerika (Correo Aereo) und Südamerika (Ceumar, Geraldo Azevedo, José Luis Martinez Vesga). Und sie bietet eine bunte Mischung aus traditionell verwurzelten und modern geprägten Liedern, die mal verhalten und besonnen, mal ausgelassen und tanzbar der Spur der Handelsrouten folgen.

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