Putumayo Presents:

WORLD PLAYGROUND 2


EXIL 0540-2
LC 08972
VÖ: 20.09.2001
DISTRIBUTION: INDIGO

Kinder haben ein Recht auf Niveau. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem hat es sich noch nicht überall herumgesprochen. Der Blick in die Spielschubladen bundesdeutscher Kinderzimmer fördert daher oft Wunderliches zutage. Singende Elefanten zum Beispiel. Radebrechende Fernsehmutanten und wortkarge Zeichentrickmonster, die entweder mit freundlichem Eiapopeia oder jugendlichem Trendgerappe unterlegt werden. Nicht nur, natürlich. Aber allzu häufig. Dabei wäre es so einfach, sich am reichhaltigen Melodienfundus aus aller Welt zu orientieren. Lieder zu suchen, die Kindern Spaß machen und sie zugleich ernst nehmen. Man muss es nur versuchen, wie mit World Playground, das wegen großen Erfolges in die zweite Runde geht.

Natürlich ist man hinterher immer schlauer. Als Dan Storper, der Gründer von Putumayo World Music, sich vor zwei Jahren entschloss, einen Sampler mit internationalen Melodien für die jungen und jüngsten Hörer zusammen zu stellen, zog manch einer die Stirn in Falten. Als ob es nicht schon genug Schnickschnack in der Spielzeugabteilung gäbe. Doch die Resonanz von World Playground ließ die Kritiker verstummen. Nicht nur waren die Eltern froh, endlich Enten, Waldbären und blaue Zwerge aus dem Wohnzimmerschrank verbannen zu können. Auch und vor allem die Kinder ließen sich von den Liedern aus Jamaika und dem Senegal, aus Griechenland und vom Mississippi-Delta bezaubern.

Der Charme der von Nicola Heindl mit gewohnter Leichtigkeit und Verspieltheit illustrierten Zusammenstellung stimmte sogar die gestrengen Wächter des guten Geschmacks milde. Man las von einem "fröhlichen, vielfältigen Liederreigen", mit dem "ein Wurf" (WOM Journal) gelungen sei, "eine behutsame, spielerische Heranführung an eine multikulturelle Weltsicht, die ganz nebenbei Verständnis dafür schafft, wie sehr Musik vom wechselseitigen Einfluss der Kulturen bestimmt ist" (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt). "Die Auswahl der beitragenden Künstler entspricht der bewährten Mischung aus bekannten Stars und unverzichtbaren Geheimtipps", rundete Klassik heute die Gratulationen ab. Pädagogisch wertvoll und treffsicher aus dem Hut gezaubert. Da kann man nicht meckern.

Trotzdem ist das kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Auch wenn einzelne Songs der Debüt-Kompilation wie Manu Chaos "Bongo Bong" inzwischen zum Hit geworden sind, richtet sich der Blick nach vorne, ohne die Erfolge der Vergangenheit zu kopieren. Denn es gibt neue Länder und deren Klangtraditionen zu entdecken, die Kapverden zum Beispiel, Trinidad, Mexiko, Südafrika. Und es gilt, weitere Akzente zu setzen. World Playground 2 ist daher erstmals mit einer deutschen Übersetzung der Liner Notes zu den einzelnen Titeln versehen. Schließlich wollen Kinder und Eltern wissen, wovon die Lieder handeln und wer die Künstler sind. Außerdem reicht es noch immer nicht, nur anspruchsvoll fröhliche Sampler zu kreieren, um kulturelle Vielfalt und Toleranz zu generieren. Daher geht ein Teil der Erlöse als Spende an die internationale Kinderhilfsorganisation ‚terre des hommes’.

Und deshalb verzichtet World Playground 2 auch auf übermäßige Schönfärberei zugunsten vermeintlicher Kindgerechtheit. Der Jamaikaner Toots singt deutliche Worte ("Der Zug der Freiheit kommt näher / ich höre seine Signale pfeifen / Es wird Zeit, die Fahrkarte zu besorgen / und an Bord zu gehen"). Die baskisch-spanischen Kollegen von Maixa Ta Ixiar pflegen bedeutungsschwere poetische Bilder ("Manchmal bin ich wie ein Baum / Ich werde müde im Herbst / schlafe im Winter. / Es ist nicht einfach, immer weiter zu machen / Aber du hast immer Freunde / vergiss sie nicht") und Sonora Dinamita fassen augenzwinkernd die kolumbianische Melancholie in ihre eigenen Worte ("Bewege deine kleiner Taille / zum Rhythmus dieses Songs / um deine Probleme zu vergessen / Die Haie bewegen sich so / die Wale ebenso / die Krokodile nach gleicher Art / und so macht es auch Tarzan aus dem Dschungel").

Manches macht nur Spaß, anderes regt zum Denken an. Doch alle Lieder sind von der besonderen Kraft der Musik beseelt, die Menschen für andere Menschen machen, damit es ihnen gut geht. Damit sie Kraft haben, sich freuen oder einfach tanzen können. Egal ob es Hits im neuen Gewand sind wie Miriam Makebas "Pata Pata 2000" oder Entdeckungen wie Baka Beyonds "Adukbe". Am Ende werden die Kinder entscheiden. Entdecken sie die fernen, ungewohnten Klangwelten von World Playground 2 für sich, dann hat die Sammlung ihren Zweck erfüllt, ein wenig über den Rand der eigenen Wahrnehmung hinaus zu blicken.

 

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