EXIL MUSIK presents artists from around the DISSIDENTEN 2010world
EXIL Musik, Label und Musikverlag der Dissidenten, wurde 1983 gegründet und 1994 auch für andere Künstler (z.B. Rimitti, Geoffrey Oryema, Africando, Miriam Makeba und Wagner Pá geöffnet. Seit vielen Jahren operiert EXIL im globalen Netzwerk, unter anderem als deutscher Partner der Labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA und BLUE JACKEL ENTERTAINMENT /// EXIL Musik is an independent record label and music publisher founded in 1983 and still owned by Dissidenten. In 1994 Exil began to release selected albums by international artists such as Rimitti, Geoffrey Oryema, Miriam Makeba or Africando. EXIL is also the german partner for jazz- and worldmusic labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA, SIX DEGREES Records, and BLUE JACKEL ENTERTAINMENT.

EXIL Neuheiten & Neuigkeiten

Putumayo presents: Acoustic Women

Woman

Weibliches Stimmenband um den Erdball

(04.2019)

Seit dem Start des bunten Labels erfreuen sich die Kollektionen, auf denen Singer/Songwriterinnen das Zepter übernehmen, großer Beliebtheit. Der Reichtum und die Tiefe, die Frauen als Sängerinnen und Instrumentalistinnen Kulturen auf allen Erdteilen schenken, ist unerschöpflich. Mit herausragenden Songschmiedinnen aus Martinique, Brasilien, Kolumbien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Wales, der Türkei und dem Libanon setzt Putumayo seine Widmungen dieses Mal mit dem Fokus aufs akustische Fach fort. Fernanda Cunha trägt einen eleganten Morgendämmerungs-Samba zu uns, während Stine Michel und Cajsastina Åkerström nordische Balladensanftheit verströmen. Das Feuer Iberiens glüht in Buikas Stimme. Elle & Elles machen vor, wie auf dem karibischen Eiland Martinique die Kulturen verschmelzen, während die Deutsch-Türkin Canan Uzerli mit einer philosophischen Betrachtung über die Zeit nach ihrer Identität sucht. Mónica Giraldo koppelt kolumbianisches Flair mit anglo-amerikanischem Songwriting, eine transatlantische Phantasiewelt baut Franchesca Blanchard auf. Von ihren Ängsten zu Beginn des Arabischen Frühlings erzählt Tania Saleh aus dem Libanon, und zum Finale bringen die Frauen der walisischen Band Bendith keltischen Indiefolk zu Gehör. Ob karibischer Swing, arabischer Politsong, keltischer Love Song oder afro-iberisches Feuer: Die Macht der weiblichen Stimme bleibt ungebrochen, auch im intimen Akustiksetting.

 

Putumayo present: Broadway Jazz

Jazz

New York Citys größter Klangschatz

(03/2019)

Mit New Orleans Party hat Putumayo das Jubiläum zu seinem 25-jährigen Bestehen eingeläutet und die Stadt seiner heutigen Residenz gewürdigt. Jetzt geht das bunte Label dort vor Anker, wo es 1993 aus der Taufe gehoben wurde. Putumayos Geburtsstadt New York City wird mit den Klängen gefeiert, die von den Bühnen des Broadway aus um die Welt gingen.

Dort hatte sich ab den 1920ern eine der erfolgreichsten Hochzeiten der amerikanischen Musikhistorie angebahnt: Der noch junge Jazz lieferte das Rohmaterial für die Musicals, und umgekehrt beeinflussten die Broadway-Soundtracks auch die Herausbildung eines dicken Katalogs von Jazzstandards. Über Jahrzehnte hinweg schufen Songwriter-Koryphäen wie Cole Porter, George Gershwin, Irving Berlin oder Harold Arlen an New Yorks berühmtester Straße Klassiker für die Ewigkeit, „Summertime“ oder „I Got Rhythm“ unter ihnen.

Putumayo versammelt auf Broadway Jazz zehn herausragende Songs aus dieser uramerikanischen Erfolgsgeschichte: KERMIT RUFFINS, der das Erbe von Louis Armstrong vertritt, schlägt mit seiner Trompete und dem verschmitzt swingenden „Ain’t Misbehavin‘“ eine Brücke von der Crescent City an den Hudson, während MAXINE SULLIVAN sich der Duke Ellington-Tune „I Got It Bad, And That Ain’t Good“ widmet. Der Titeltrack aus dem Broadway-Musical “Cabaret” wird aus der smoothen Kehle der Blueslegende JIMMY “T-99” NELSON kredenzt, und mit den beiden stilbildenden Saxlegenden COLEMAN HAWKINS und SONNY ROLLINS erklingen bezwingende Instrumentalfassungen von „Make Someone Happy“ und „I’ve Grown Accustomed To Your Face“.
 
Auch Kanada trägt zur Broadway-Revue bei: Jazzsängerin EMILIE-CLAIRE BARLOW hat sich überzeugend der Frank Sinatra-Nummer „You Make Me Feel So Young“ angenommen. Dass auch die „Dreigroschenoper“ am Broadway einen - wenn auch eher kurzen - Auftritt hatte, wird mit LEROY JONES‘ Adaption von „Mac The Knife“ Genüge getan, während BERTICE READING mit „Can’t Help Lovin‘ Dat Man“ an das Musical „Show Boat“ erinnert. Die großartige PEGGY LEE schließlich rundet das Flanieren über die berühmte Meile mit „People Will Say We’re In Love“ und „Oh, What A Beautiful Morning“ ab.
 
Musiktheater trifft coolen Jazz: eine zeitlose Partnerschaft, die nun fast ein Jahrhundert währt – und ein würdiger Soundtrack für Putumayos 25. Geburtstag!

 

Putumayo presents: Joy To The World

joyWeltweiter Tanz um den Weihnachtsbaum

(11.2018)

Tropenstrand trifft Winterwald, Schlittenglocken klingen im Reggae- und Flamenco-Rhythmus: Putumayos Rundreise durch globale Weihnachtsgefühle dürfte Stimmung in jede Stube bringen.
Nossa Bossa Nova greifen den englischen Evergreen „The First Noel“ mit Brasil-Touch auf, Arspop aus Italien versehen die „Stille Nacht“ mit afrikanischer Percussion. Der Frankokanadier Frédérick de Grandpré tupft Jazz auf seinen Christmas-Song, und das „Winter Wonderland“ wird bei Jan Luna mit Ukulele dargeboten. Mit Mandolinen verziert erklingt „White Christmas“ bei Marina del Gaudio, und das Duo Inês Pupo und Gonçalo Pratas grüßen mit Weihnachtsjazz aus Lissabon. Richtig fetzig wird es mit Roman Street aus Alabama, die den „Little Drummer Boy“ in eine Rumba kleiden, während Zydeco-Veteran Lynn August zum Fest einen Barbecue veranstaltet. The Mighty Diamonds bringen Frosty, dem Schneemann den Reggae bei, und Leon Redbone entführt zum Fest auf seine einsame Insel.

 

Putumayo presents: Ska around the world

SKAHommage an den Vater des Reggae

(09.2018)

Für Vieles ist er der Urvater in den jamaikanischen Klangwelten: Ska entstand in den 1950ern, als die Insulaner Jazz und Rhythm & Blues mit ihrem Rhythmus-Empfinden kombinierten. Ska brachte bereits 1962 mit Millie Smalls „My Boy Lollipop“ einen Welthit hervor, wurde Vorläufer von Rocksteady und schließlich von Reggae. Und es wurde zu einem globalen Phänomen mit Millionen begeisterten Adepten auf Tanzboden und Bühne, mit Bandphänomenen wie Madness und The Specials, die in den 1970/80ern nur die Spitze des Eisberges im UK bildeten.

Putumayo huldigt der Erfolgsstory des Ska weltumspannend: Veteranen wie die Skatalites sind dabei genauso am Start wie das brasilianische Orquestra Brasileira de Música Jamaicana oder der Torontoer Chris Murray. Von der Iberischen Halbinsel klinken sich die Basken Akatz und die Katalanen Pepper Pots ein, das Trio Zazí gibt eine weibliche Ska-Perspektive auf die Ohren. Von der Straßenmusik nähert sich das multinationale Projekt Playing For Change dem Ska, mit der Weltsprache des Jazz verknüpft ihn das New York Ska-Jazz Ensemble. Und wie weltumspannend Ska heute ist, zeigt sich alleine an den beiden letzten Songs: Da geht es nämlich vom Algerier und Wahl-Ecuadorianer Sarazino hinauf zur St. Petersburg Ska-Jazz Review.
 

Putumayo presents: New Orleans Party

orleansDer Fêtensound des tiefen Südens
(06.2018)


New Orleans darf getrost als Partystadt Nummer Eins des nordamerikanischen Kontinents bezeichnet werden. Der weltberühmte Mardi Gras mit seinen Paraden und das Jazzfestival sind dabei nur die großen, sichtbaren Ereignisse, in unzähligen Clubs setzt sich das turbulente Musikleben der Stadt, die den Jazz erfand fort. Die stilistische Palette der Crescent City ist atemberaubend: Von Dixie und Swing geht die Reise über den Blues zum klassischen Rhythm & Blues und weiter zum rauen Funk und HipHop. Einzigartig ist auch der alltägliche Schwebezustand von New Orleans zwischen Bitterkeit und Ekstase, das Nebeneinander von Trauermärschen und Farbenpracht, das so typisch ist für „The Big Easy“.

Vor einigen Jahren hat Putumayo sein Hauptquartier in New Orleans aufgeschlagen, kann den Sound der Stadt also stets hautnah aufsaugen. Mit und in New Orleans gibt es jetzt zu feiern, gleich doppelt: Um sein 25-jähriges Bestehen und den 300. Geburtstag der Stadt zu begehen, kredenzt das bunte Label einen fulminanten Querschnitt durch die partytauglichen Klangfacetten der Louisiana-Metropole. „Big Al“ Carson serviert mit Musikern aus Solingen (!) den Klassiker „Bourbon Street Parade“, New Orleans-Legende Dr. John und der Klarinettist Dr. Michael White sind als „singende Mediziner“ dabei. Halbmythische Persönlichkeiten wie Grandpa Elliott und Dave Bartholomew beweisen ihre Vitalität genau wie der wiederentdeckte Chuck Carbo, und das New Orleans-Instrument Nummer Eins, die Trompete, wird durch Leroy Jones gewürdigt. Swamp- und Texas-Farben streuen Carol Fran und Clarence Hollimon ein, Fernest Arceneaux zieht auf dem Akkordeon eine Curtis Mayfield-Nummer in den Zydeco rüber. Die Preservation Hall Hot 4 grüßen schließlich aus der berühmtesten Jazz-Institution der Stadt.

Von den Second Lines bis zum Swamp-Club: Mit einem grandiosen Spektrum zeigt New Orleans alle Facetten seines Partysounds!

 
 

Cumbancha presents: Joe Driscoll & Sekou Kouyaté

driscoll Monistic Theory

Eisenlunge triff Harfen-Hendrix
(27.05.2016)

Die ehrwürdige Stegharfe Kora im Wechselspiel mit der Loopstation, Jahrhunderte alte Griot-Tradition im Schulterschluss mit der Street Culture und Urban Poetry des 21. Jahrhunderts: Das ist keine Partnerschaft, die unbedingt auf der Hand liegt. Doch bei diesen beiden fügen sich die vermeintlich gegenseitigen Pole wie Zahnräder zusammen. Nach ihrem grandiosen Debüt Faya von 2014 (Platz 2 der Weltmusikcharts) meldet sich eines der packendsten Pärchen der aktuellen Global Music zurück: Der schillernde Griot Guineas Sekou Kouyaté und der New Yorker Beatboxer und Songwriter Joe Driscoll haben mit Monistic Theory ihre aus zwei Klangwelten entstammende Philosophie noch schlüssiger zu einem gemeinsamen Ganzen gebündelt: Der „Jimi Hendrix der Kora“ trifft auf den „Gangsta mit der Eisenlunge“. In neun Studio- und einem Live-Track zeigen Joe und Sekou, wie sie sich in den wenigen Jahren ihrer Bekanntschaft zu einem verschworenen Team entwickelt haben. Da wäre der mitreißende Opener „Tamala» der sich aus dem ruhigen Flussrauschen zu einem funkig verzwirbelten Instrumentalhit mausert. Von rockigem Widerhall mit einem Touch Reggae ist der Titeltrack gesegnet, in dem sich die lyrisch leuchtende Griot-Stimme Kouyatés mit den harschen Realitäten des Conscious Raps von Driscoll abwechseln. Gerade von diesem wunderbaren Kontrast auf vokaler Ebene leben viele der Stücke, in denen clever von afrikanischen Traditionen zu HipHop, und wie in „Wama», auch mal zu einem spacig-psychedelischen Dub die Hebel umgelegt werden. Und dann wären da natürlich noch die atemberaubenden Kora-Soli, bei denen Kouyaté vermehrt auf Naturbelassenheit setzt, ohne die Effektgeräte allzu sehr zu strapazieren. Als Bonbon haben sich Joe und Sekou etwas ganz besonderes einfallen lassen: In der Auslaufsspur der CD wartet eine Liveversion von Stevie Wonders Überflieger „Master Blaster», der hier ganz instrumental zu einem feinen Offbeat-Monster wird. Ihre Theorie, das alles einer großen, übergeordneten Einheit angehört, haben der guineische Saitenzauberer und der amerikanische Street Culture-Freak mit einer akustischen Beweisführung belegt. Ihr zweites Werk trinkt aus dem Erdreich zweier Kontinente, aber spricht die Sprache einer neuen Welt.

 

Cumbancha presents: Lakou Mizik

lakouWa Di Yo

Haitis kraftvoller Hoffnungsstrahl
(27.05.2016)

Wa Di Yo - "Sagt ihnen, wir sind immer noch hier!" Diese drei Silben stehen für den Glauben an die Zukunft in einem gebeutelten Land. Nach der großen Erdbebenkatastrophe vom 12.1.2010 lag Haiti darnieder, die Wunden heilen nur langsam. Doch die Geschichte der neun Musiker von Lakou Mizik liest sich wie ein Protokoll unbezähmbaren Lebenswillens, eine Anleitung zur Auferstehung. Gegründet vom Gitarristen Steeve Valcourt, dem Sänger Jonas Attis und dem amerikanischen Filmer Zach Niles (bekannt durch seinen Film über Sierra Leone's Refugee All Stars) bündelt die Supergroup  herausragende Talente verschiedener Generationen aus der Songwritingszene und der Rara-Straßenmusik, aus dem Voodoo-Drumming und dem haitianischen Gospel. So wird sie selbst zu einem Lakou, einem Kraftort, wie sie die Voodoo-Kulte kennen. Unter der Regie des Montrealer Chris Velan und des Briten Iestyn Polson (David Bowie, Patti Smith) schaufeln die Musiker in ihren optimistischen, ausgelassenen, berührenden und auch mal bissigen Songs Haitis kulturelle Zukunftsperspektive buchstäblich aus den Trümmerhaufen. Voodoo-Rhythmen treffen auf lebhafte Call-and-Response-Gesänge, untermalt vom lupfigen Akkordeon, das mitten aus einem Pariser Bistro entsprungen scheint. Komplexe Basslinien und verzahnte Gitarrenriffs vermählen sich mit den kehligen Attacken der Rara-Hörner. Und über alldem liegen die sonnigen bis kernigen Vokalspuren, deren Lyrics nicht nur von Party künden, sondern durchaus gesellschaftskritische Zähne zeigen. Viele traditionelle Songs, die Lakou Mizik hier aufgreifen, haben sie weiterentwickelt, mit aktuellen Versen versehen. Seelenvoll, tanzbar und engagiert zugleich ist das Resultat - und hundertprozentig haitianisch. Lakou Mizik laden nun den ganzen Planeten ein, die historische Tiefe, emotionale Stärke und die vielschichtige, lebendige Kultur ihrer Heimat zu erkunden.
 

Cumbancha presents: Francesca Blanchard

BlanchardDeux Visions

Zauberhaftes Zwiegesicht

(27.05.2016)

Eine genauso unbeschwerte wie grandiose Mittlerin zwischen französischem Chanson und anglo-amerikanischem Folk und Jazz, zwischen Norah Jones und Carla Bruni und den vielen Farbtupfern dazwischen ist die 24-jährige Francesca Blanchard. Das zweisprachige Debüt der Tochter eines Franzosen und einer Amerikanerin steckt voll zauberhafter kleiner Momente. Aufgewachsen am Mittelmeer, dann mit ihren Eltern auf Reisen von Guatemala bis Indien und schließlich ankommend in der neuen Heimat Vermont hat die junge Dame mit der warmen Stimme überall offenen Herzens alle möglichen Einflüsse auf sich wirken lassen. Ihren ersten Longplayer rief sie mit einem Doppelgespann von Könnern aus dem benachbarten Montreal ins Leben: Am Pult standen Chris Velan (Sierra Leone Refugee All Stars) und sein Kollege Jean Massicotte (Lhasa de Sela, Arthur H). Das Logbuch zwischen Americana, Indierock und französischem Chanson charakterisiert Francesca Blanchard selbst wie folgt: »Es ist zugleich einebittersüßer Lobgesang und ein herzlicher Willkommengruß.» Auch der Titel spiegelt die Zweigesichtigkeit des Œuvres wider: Deux Visions („zwei Sichtweisen») steht für den bilingualen Ansatz, den anglo-französischen Charme der Songs. Und der zieht sich durch alle 12 Tracks dieses feinen Debüts: Der Opener „Rame» ist von einer geheimnisvollen Melancholie durchwoben, durch die Lap Steel-Gitarre erhält er einen Country-Touch, in „Le Blues» reflektiert Francesca zu federndem Fingerpicking über ihre Kindheit. Ummalt von einem warmen Kammerstreicherarrangement überwältigt die Tiefe der Pianoballade „Home Is A Cage», und im rockigen Walzer „Wanderer» porträtiert sie sich selbst. Die leichtfüßige Stimmung der Chansonwelt entfaltet sich in der Miniatur „Tu N’Existe Pas», in „Pas D’Sa Faute», skizziert sie augenzwinkernd und mit launiger Horn Section das Leben einer Prostituierten in Paris. Das Finale gehört der ergreifenden Folkballade „The Sea» für einen ertrunkenen Freund. Mit seiner zweisprachigen Farbgebung und dem federleichten Seiltanz zwischen französischem Liedgut und den Folkgeschichten der neuen Welt hat die junge Vermonterin ein genauso berührendes wie verblüffendes Debüt vorgelegt.        

 

Putumayo presents: Jazz Café

Jazz CafeDer Jazz trifft die Farben der Welt: Swingendes von Seattle bis Senegal  
(01.04.2016)

Die Café-Serie ist eines der erfolgreichsten Kapitel der Putumayo-Historie. Mit dem bunten Label durften wir schon in Frankreich, Italien, Brasilien und Kuba bei einem klangvollen Tässchen verweilen. Nun tauchen die New Yorker in nächtliche Athmosphäre ab: Jazz Café führt uns im schummrigen Licht eine zwanglose und entspannte Vermählung swingender Sounds mit brasilianischen und kubanischen Rhythmen vor Ohren, von Jazzstandards mit mediterranem Manouche, arabischer Würze und schwedischer Sommerlaune.

Mit dabei ist dieses Mal ein Gewächs aus unseren Landen, Lisa Bassenge, die Hildegard Knef ein beschwingtes Tribut zollt. Die brasilianische Combo Delicatessen betupft Count Basie und Nina Simone mit Bossa, und auch die Bahianerin Rosa Passos koppelt die Rhythmen der Jugend Rios mit der amerikanischen Schwester. Der Senegalese Alune Wade und der Kubaner Harold López-Nussa verbeugen sich vor einem Meister des algerischen Chansons. Latinflair weben die Kubanerin Niuver und die Mexikanerin Amanda Martinez in die jazzige Grundstimmung. Django Reinhardt-Farben kommen bei Pearl Django aus Seattle ins Spiel, während Lee Dorsey und Eden Brent das Erbe von New Orleans pflegen. Irina Björkl und und Peter Fox entführen uns auf eine schwedische Insel, und Dick Sudhalter holt einen vergessenen Klassiker von Hoagy Carmichael aus der Schublade. Von der Crescent City bis Paris, von Seattle bis Bahia: Dieses Jazzcafé könnte an den verschiedensten Schauplätzen stehen und lädt den kosmopoltischen Nachtclubber zum gepflegten Verweilen ein.


 

Szenario Arts & Exil present: La Caravane Passe Caravane

Canis Carmina

Singende Hunde für die Vielfalt
(05.02.2016)

Wie keine andere europäische Band verzahnen sie Akustik und Elektronik, die Archaik der Wohnwagen und die digitalen Segnungen und Flüche untrennbar miteinander. Dafür bedient sich das Quintett um den charismatischen Sänger Toma Feterman bei Ska, Punk, Surfrock, Disco, Chanson und dem großen Setzkasten der Balkantraditionen. La Caravane Passe (LCP) leben in lustvoller Akustik das Paradoxon eines mythischen Nomadentums in einer aufs Engste vernetzten Welt aus. Mit dem Titel ihres fünften Albums nehmen sie ihr Nomadentum auf aktuellem politischen Hintergrund unter die Lupe: "Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter" - das arabische Sprichwort spiegelt auch den Flüchtlingsstrom wider: Ganz gleich, wie widrig und feindselig die Umstände sein werden, die Migranten lassen sich dadurch einfach nicht stoppen. Die verrückte Gypsy-Combo aus Paris nimmt nun selbst den Platz der Hunde am Wegesrand ein - doch sie bellen nicht, sie singen für die Neuankömmlinge: Canis Carmina (Hundegesang) ist eine in zehn Songs gefasste Willkommenskultur der ganz eigenen Art.

Da ist neben dem Auftaktsstück, dass den singenden Vierbeiner rappend porträtiert, zum Beispiel die kantige Nummer "Klaxon Of A Bip" mit brüllendem Blech und waidwundem Saxophon. Garniert mit pickendem Banjo erzählt Feterman zusammen mit seinem long time companion RACHID TAHA in "Baba" als jüdisch-arabisches Migrantentreffen, dass man nicht nur in die Fußstapfen seiner Vorfahren treten soll, sondern seinen eigenen Weg finden kann. In "Barmaid" sucht Feterman mit seiner Combo sowohl Trost bei einem geistvollen Tropfen als auch bei der Bardame Maria. Doch der Halt ist kurz, es geht direkt weiter in einer Art balkanischen Surfrock quer durch die Wüste in "La Traversée Du Désert". Ein Ausflug tief in die Welt der Rumba Gitan hinein steht mit "Joselito" auf dem Programm der Reiseroute. Und wie schon auf früheren Alben schließt sich dann eine noch tanzbarere Sequenz an, in der sich mit DJ Click, Tom Fire, DJ Tagada und S.O.A.P. Pult-Koryphäen an neue Remixe von Perlen aus der LCP-Historie gewagt haben.  

 

Cumbancha presents: Idan Raichel

IdanAt The Edge Of The Beginning

Neustart im Alleingang
(29.01.2016)

Von der Rastamähne zum kahlgeschorenen Kopf, vom Kosmopoliten zum Familienmensch, von breitwandigen Arrangements zur Intimität am Piano: Viel hat sich in Idan Raichels Vita während der letzten Jahre verändert. Der neue Lebenswandel des Vaters zweier kleiner Töchter schlägt sich nun auch in einer anderen Klangphilosophie nieder: Das reduziert gehaltene, neue Werk At The Edge Of The Beginning, quasi im Alleingang eingespielt, markiert einen introspektiven Neustart des sanftmütigen Israeli mit einem bewegenden Songzyklus. Der Rückzug spiegelt sich in den durchgängig sparsamen Arrangements wider, die Raichel, sein einfühlsames Piano und seine sanfte Stimme in den Mittelpunkt stellen. Auch die Aufnahmeumgebung wählte er mit dem Keller seines Elternhauses denkbar intim, kehrte zu seinen Ursrpüngen, zu einem Ort von Geborgenheit und Unschuld zurück.

Raichel entschied sich, so viele Instrumente wie möglich im Alleingang einzuspielen, bis hin zu den Drums, an die er sich das erste Mal selbst wagte. Genauso persönlich wie Setting und Musik sind auch die Texte über seine Familie und das Sesshaftwerden, zeigen ihn als Erzähler in melancholischen und nostalgischen Balladen. Gezielt eingesetzte rockige Gegenakzente beleben das Repertoire. Gastauftritte gibt es lediglich von der Sängerin Dana Zalah und dem marokkanischen Gnawa-Musiker Hassan Hakmoun. Raichels Orientierung hin zum Reduzierten, die Erforschung seines Innenlebens macht aus At The Edge Of The Beginning eine bewegende Hörerfahrung.

 
Sounds:

Neue EXIL Sounds u.a. von
Dissidenten & Jil Jilala, Brazilian Café, Midival Punditz, Novalima, Lal Meri, Italia, India, African Reggae

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